Gleichstellung von Frauen und Männern
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Geschlechterstereotype

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Weiblich und männlich konnotierte Eigenschaften

Geschlechterstereotype sind verallgemeinernde Annahmen über Frauen und Männer.

Oft wird angenommen, dass Frauen im Vergleich zu Männern eher beziehungs- und gemeinschaftsorientiert sind, während Männern eher Eigenschaften wie Aufgaben-, Führungs- und Leistungsorientierung zugeschrieben werden.

In der Sozialpsychologie werden diese zwei Merkmalsbündel unter den Stichworten kommunal (Fokus auf Gemeinschaftsorientierung) und agentisch (Fokus auf Selbstbehauptung) zusammengefasst.

Weiblich konnotierte Eigenschaften (kommunale Eigenschaften)

  • kommunikativ
  • kooperationsfähig
  • teambildend
  • motivierend

Männlich konnotierte Eigenschaften (agentische Eigenschaften)

  • durchsetzungsfähig
  • kompetitiv
  • führungskompetent
  • entscheidungsfreudig

Ursprünglich bezeichnen diese Begriffe Pole der Persönlichkeit einer einzigen Person. Frauen und Männer haben auch stereotype Vorstellungen über sich selbst: Männer bewerten sich selbst als agentischer (als energischer, selbstsicherer, entscheidungsfreudiger, dominanter, durchsetzungsfähiger, bestimmender) und Frauen bewerten sich selbst als kommunaler (als kommunikativer, emotionaler, verständnisvoller, verantwortungsbewusster, freundlicher) im Vergleich zum anderen Geschlecht.

Geschlechterstereotype Stellenanzeigen

Insbesondere Stellenanzeigen für Führungspositionen enthalten viele agentische Begriffe. Frauen bewerben sich aber eher für Karrieremöglichkeiten, wenn diese kommunalen Begriffe enthalten. Untersuchungen zu dieser Frage kommen zum Schluss: Frauen fühlen sich eher angesprochen von Stellen, die mit solchen Wörtern ausgeschrieben werden, auch wenn sie sich die Führungsrolle und die Aufgaben unabhängig davon zutrauen. Bei Männern bewirkt die Verwendung von kommunalen Begriffen dagegen keinen Unterschied.